Bei den Ermittlungen ging es um angebliche Unregelmäßigkeiten bei den Finanzgeschäften des staatlichen Wohnungsbauunternehmens Toki. Aufgrund der Vorwürfe mußte der damalige Bauminister Erdogan Bayraktar im Dezember zurücktreten. Außerdem wurde der Sohn des Ministers vorübergehend festgenommen.
Mitte Dezember wurden bei Großrazzien Dutzende Verdächtige aus dem Umfeld der Regierungspartei AKP verhaftet.
Inzwischen sind alle Beschuldigten wieder auf freiem Fuß. Dem Parlament in Ankara liegen jedoch noch Anträge auf Aufhebung der Immunität von vier Ex-Ministern vor, die im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen genannt worden waren. Bei den Vorwürfen gegen die Politiker geht es vor allem um den Verdacht, sie hätten einem iranischstämmigen Geschäftsmann gegen Bestechungszahlungen Rückendeckung für Goldgeschäfte mit dem Iran gegeben. Die Ermittlungen in diesem Bereich gehen weiter.
Erdogan hat die Korruptionsermittlungen von Beginn an als Verschwörung seines einstigen Verbündeten und jetzigen Widersachers Fethullah Gülen zurückgewiesen. Der Prediger lebt im selbsterwählten Exil in den USA. Erdogan kündigte vor wenigen Tagen an, einen Antrag zur Auslieferung Gülens stellen zu wollen.